3. Etappe Biberach – Arbon

Angekommen!

Nach reiner Fahrtzeit von 4 Std. 53 (geplant: 4 Std. 22), 107 km (geplant 85,8 km Distanz), 840 m bergauf (400 m), 1.010 m bergab (geplant 550 m) und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 19,6 km/h haben LENI und ich den Zeltplatz beim Arboner Seebad erreicht.

Heute war es schon etwas anspruchsvoll.
Hemd komplett durchgeschwitzt, großen Appetit und noch größeren Durst.

Was war?

Von der Jugendherberge in Biberach an der Riß losgefahren ging es eine ganze Weile an der B30 entlang. Blöd, laut und abstoßend. Aber wo ist der DoB? Ah sieh da, ca. 2 km diesmal westlich der B20 und führt auch nach Bad Waldsee. Na also und los, Haken nach links und weg vom Lärm und Gestank. Was ich aber dabei vor lauter Begeisterung versäumt habe, war in Komoot das Höhenprofil zu checken. Nach dem Erklimmen einer heftigen Anhöhe ging es steil runter zur wieder hoch zur Nächsten. Dahinter lag der DoB und wir waren 50% unserer Batteriekapazität los.

Mist, nur noch 44 km Restreichweite laut Anzeige am Radcomputer und 75 km Strecke noch vor mir. Was nun? Unterstützung aus und erst an, wenn’s nicht anders mehr geht. Sprung nach vorne: Viele km später, als ich bei vor Baint eine langes Gefälle ohne Unterstützung mit ca. 45 km/h hinabfuhr, zeigte danach die Restreichweite wieder erstaunliche 120 Km an!  Fazit: Restreichweite wird auf Basis der letzten Kilometer vorausberechnet, was nach steilem Anstieg schnell zur Anzeige einer zu kurzen Restreichweite führen kann. Wichtiger ist zur besseren Abschätzung die Ladeanzeige der Batterie zu verfolgen. Während der 3 Tage waren selten mehr als 2 der 5 Punkte „verbraucht“. Deshalb wären locker über 100 km Distanz auf dieser Tour möglich gewesen. Faszinierend, wie weit die Motorunterstützung des R&M Lastenrad reicht.

Aber jetzt erst mal der Reihe nach:

Wie gesagt führte die Tour bis Hochdorf entlang der Bundesstraße. Auf der Hälfte der Strecke bei Ummendorf wäre der DoB abgegangen. Bei Hochdorf ging’s dann über Eberhardtszell am DoB weiter bis Bad Waldsee.

Eberhardtszell kam dann das Fahrradfiasko.

Die zentrale Kreuzung welche die zwei Orsthälften verband, war eine einzige Baustelle. Die Ortshälften zwischen denen wir durchfahren wollte, lagen auf gegenüberliegenden Tallagen. Ergebnis kein Durchkommen und dafür aber großräumige Umleitungen. Für Auto kein Problem mal eben 5 km Umweg durch die Täler rauf und runter umfahren. Im Normalfall auch für eBike kein Problem. Nur wenn es um die Schonung der Akkuladung geht, dann aber doch. Ein rühriger Baustellenleiter zeigt mir dafür eine Abkürzung – geht doch! „Warum nicht gleich ausschildern“, fragte ich. Achselzucken!

Vergessen, das war gemeistert und weiter über Mühlhausen in Richtung Bad Waldsee. Auf dem Weg schloss ich Bekanntschaft mit Ola und Jakob. Zwei Hängebauschweine, die der ganze Stolz von Martin, dem 6 jährigen Jungen vom Hof sind. Sie haben auch noch 3 Kühe, 2 Pferde ind viele Hühner.

Kurz vor Waldhausen dann eine nette Überraschung im letzten Waldstück der Kletterpark Tannenbühl. Weitläufig und mal rauf und runter ist der Kletterspaß in den Wipfeln verteilt. Zuschauer sind willkommen und haben freien Eintritt. Ein toller Kletterspaß für die ganze Familie und ein sportlicher Anreiz, wenn in schwindelnder Höhe die Kombination aus Geschicklichkeit und Nervenkitzel aufeinandertreffen – so das Prospekt. Niki am Grill nahm gerne meinen Akku zum Laden und ich eines ihrer saftigen Steaks.

Nach einem Kaffee und einem Nickerchen in der Sonne ging’s weiter. Bad Waldsee und Weingarten war schnellerreicht und dann ging’s überwiegend bergab nach Friedrichshafen. Alte Bekannte am Campingplatz CAP Rottach und im Eisenbahner Segelclub am Hafen konnte ich leider nicht besuchen, da die Fähre gerade einlief. Auf der Rückfahrt, die über 4 Tage geplant ist, wird’s dann ergeben. Der Blick von der Fähre auf FN weckte alte Erinnerungen. Der Bodensee hat schon was.

In Rohrschach ging’s dann über vorbildlich Kennzeichnung der Radfahrstreifen, über Radschnellwege und entlang des Sees schnell zum Zeltplatz am Arboner Seebad. 17 CHF für 2 Nächte ist OK – insbesondere für die Schweiz.

Ein Fotoshooting-Abstecher zum Festivalgeländelände war nach dem leckeren Dunklen Bier mit italienischem Flammkuchen im Biergarten vom Hotel Wunderlich ein würdiger Abschluss für diese Anreise mit dem Westhausener Lastenrad LENI.

Den Langstreckentest hat LENI und ich bestanden. Diese erste Erfahrungen zeigten, dass noch viel Luft nach oben ist und in den Rädern mehr steckt, als man zunächst meint. Mal sehen, was Westhausen alles noch erlebt, mit LENI und den Anderen.

Doch jetzt kam erst mal das SUMMERDAYS FESTIVAL. 21.000 Menschen, sehnsüchtig nach Musik.
Es war eine super Stimmung.

Neben Jethro Tull war für mich Peter Maffay der Höhepunkt,
der mich auch wieder an den Sinn unseres Projektes Lastenrad erinnert. Nachhaltig Leben!

Mit seinem Song: Eiszeit – aus seinem Album „Ich will leben“ veröffentlicht: 1982, zeigt, dass der Klimawandel eine lange Geschichte hat.

Textauszug Eiszeit:
„Berge spucken Lava aus in den silberklaren Mond. Aschenregen fällt auf uns.
Die Erde hat Milliarden Volt. Und aus der Quelle schießt Glut so hoch bis zum Saturn.
Atlantis kommt jetzt hoch. Doch wo bleibt der Mensch. Der sich daran freut?
Eiszeit – Eiszeit – Wenn die Meere untergehn und die Erde bricht.“

Quelle: Musixmatch

Hier die Gallery der Summerdays

Hier die Bilder zu der Fahrt:


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